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Zielstellung der Projekte

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, dem Schienengüterverkehr in Zukunft wieder eine deutlich stärkere Rolle zukommen zu lassen. Innovation für den zukünftigen Schienengüterverkehr ist für das BMBF daher eine vor-rangige Aufgabe im Rahmen seines Forschungsprogramms „Mobilität und Verkehr“, das in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) im März 2000 veröffentlicht wurde.
Darin wurde die Zielsetzung „Gegen den Trend: mehr Güter auf Bahn und Schiff“ definiert. Diese Zielvorstellungen sollen nun konkret als Leitvision „Europäischer Schienengüterverkehr 2010“ umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat daher im Mai 2001 ein Programm ausgeschrieben, in dem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf dem Gebiet des Schienengüterverkehrs – vorzugsweise in einer grenz-überschreitenden Dimension – gefördert werden, damit durch einen FuE-Vorlauf die erforderlichen Investitionen effizient und wirtschaftlich getätigt werden können.

Ziel der Förderung ist die Modernisierung des Schienengüterverkehrs, d.h. durch innovative Entwicklungen, diesen Verkehrsträger so effizient und attraktiv zu machen, dass bis zum Jahr 2010 ein größtmöglicher Teil des Zuwachses an LKW-Fernverkehr auf die Schiene verlagert werden kann („LKW-Mehrverkehr auf die Schiene!“). Hierzu gehören auch Innovationen im Bereich der Gleis-anschlüsse als eine wichtige Schnittstelle zwischen Verlader und Frachtführer, um die Logistikfähigkeit des Eisenbahnsystems (d.h. hier im Einzelwagenverkehr) zu verbessern.

Gefördert werden Projekte zu innovativen Techniken, Organisationsformen und Betriebsweisen, die zu völlig neuen oder wesentlich verbesserten Lösungen mit bedeutendem Verlagerungs- und/oder Effizienzpotential führen. Kennzeichen der Projekte sind ein nicht allein tragbares Risiko, besondere Komplexität sowie hoher Gesamtaufwand.


a) Demonstratoren

Anhand von beispielhaften Demonstratoren soll aufgezeigt werden, welchen Beitrag organisatorische, betriebliche und technische Innovationen zu einer merklichen Verkehrsverlagerung und/oder Effizienzsteigerung leisten können. Solche Demonstratoren müssen in einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive weitgehend von den heute vorgegebenen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Infrastuktur ausgehen. Sie sollen sich auf einen (bzw. wenige) räumliche(n) Korridor(e) bzw. Teilnetze konzentrieren, möglichst mit grenzüberschreitender, europäischer Dimension.

Die Förderung ist offen für Innovationen aus den Bereichen

     - Infrastrukturmanagement und Betriebsabwicklung,
       einschl. innovativer Ansätze zur Infrastruktur und zur Betriebsleittechnik,

     - Produktionssysteme, einschl. der Technologien für Fahrzeuge, 
       Zugbildung und Umschlag,

     - Organisationsformen, Kooperations- und Betreibermodelle,

     - Logistikkonzepte,

     - Kommunikations- und Kundensysteme.

Vorgeschlagene technische Innovationen können sowohl neue Entwicklungen als auch bestehende (noch nicht am Markt eingeführte) und in einem neuen Zusammenhang im Schienengüterverkehr weiter zu entwickelnde Ansätze betreffen.

Entscheidend ist nicht allein die Entwicklung neuer Technologien, sondern die durch eine zieladäquate Kombination aus technologischer, betrieblicher und organisatorischer Innovation erreichbare verkehrliche Wirkung im Sinne der beabsichtigten Verlagerungs- und Effizienzeffekte. Dabei kommt der Optimierung der Betriebsabwicklung /-organisation und der Schnittstellen eine besondere Bedeutung zu, da hierdurch die Transportqualität auf der Schiene (neben Zeitgewinn vor allem Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Prozesstransparenz) wesentlich bestimmt wird und damit auch der zukünftig für die Schiene erreichbare Marktanteil.

Der bei der Konzeption und Erprobung von Demonstratoren wichtige Zugang zum Schienennetz ist – nicht allein wegen des neuen Trassenpreissystems - aufgrund der vom BMVBW angekündigten Unabhängigkeit des Netzes im Wandel, wodurch sich neue Potentiale eröffnen können. Das BMBF verfolgt diesen Prozess aufmerksam und wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bemühen, in unklaren Fällen Hilfestellung zu leisten.


Im Zentrum des Ideenwettbewerbes
der Förderung steht die oben beschriebene Demonstration von Verlagerungseffekten und/oder Effizienz-nachweisen durch eine „moderne Güterbahn“ mit einem umfassenden Systemansatz und einer mittelfristigen Umsetzungsperspektive.
Neben dieser prioritären Hauptsäule werden mit dieser Ausschreibung Bekanntmachung zwei weitere Aktionsfelder geöffnet:

b) Teilsysteme und Komponenten:
Es wird davon ausgegangen, dass auch durch verhältnismäßig kleine Schritte eine effektvolle Verbesserung der Wettbewerbsposition der Schiene erreicht werden kann. Unabhängig von der Hauptsäule „Demonstratoren“ kann daher auch die Entwicklung und Demonstration einzelner Betriebs-/Systemansätze und Komponentenentwicklungen gefördert werden, die einen nachweislichen Effizienzgewinn im Schienengüterverkehr erwarten lassen und generell für umfassender angelegte Demonstratoren einsetzbar sind.

c) Virtueller Demonstrator:
In der dritten Säule des Ideenwettbewerbesder Förderung soll Raum für Strategieentwicklungen mit längerfristiger Perspektive und Umsetzbarkeit geschaffen werden.


Mit den vorgeschlagenen Entwicklungen
übergreifender innovativer Ansätze, deren Implementierung in das Schienenbetriebs- und Infrastruktursystem nur über längerfristige Maßnahmen möglich ist, sollte auch ein Funktionsnachweis mit Effizienzabschätzung im Sinne eines virtuellen Demonstrators auf Basis geeigneter Simulationsinstrumentarien verbunden sein. Dabei muss gleich-zeitig deutlich werden, welche Transportmärkte damit erreicht bzw. neue Märkte geöffnet werden können. Ferner können auch einzelfall- oder branchen-spezifische Bedarfsszenarien sowie neue Nachfrage- und Logistikstrukturen untersucht werden, die dem Ziel der Stärkung des Schienengüterverkehrs dienen und die eine modellversuchsartige Umsetzung solcher Strukturen erlauben. Hingegen sollen allgemeine Untersuchungen, etwa zu Wettbewerbs- oder Externalisierungsfragen, hier nicht gefördert werden.


Die Ergebnisse sollen geeignet sein, daraus längerfristig erforderliche Maß-nahmen abzuleiten. Daher wäre es wünschenswert, innerhalb solcher Projekte auch Vorüberlegungen für eine Migrationsstrategie zur späteren Einführung der entwickelten Vorschläge in den Betrieb anzustellen.

Allgemeine Informationen

 

Der PT MVBW ist organisiert im PT - Netzwerk.

 



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